Stopp jeder (Entwicklungs)hilfe!
Als 1949 Truman den Begriff „Unterentwicklung“ propagierte, wurden aus reichen Ländern in der öffentlichen Wahrnehmung auf einmal „Entwicklungsländer“, in denen Mangel herrschte. Die Länder gehörten nur noch einer „3. Welt“ an, die hinterher hinkte hinter … ja, hinter was denn? Hinter den Errungenschaften der westlichen Wirtschaft und ihrer ökologischen Katastrophen? Hinter einem neoliberalen industrialisierten System, das Menschen mehr und mehr von ihrer Arbeit entfremdete? Und wer bestimmte überhaupt, woran die Entwicklung eines Landes gemessen wird? Aus wessen Sicht hinter was hinterher? Heute haben die sogenannten „Entwicklungsländer“ sich längst an die Spitze des Wettbewerbs um billige Löhne, miese Arbeitsbedingungen, Unterernährung und schlechte Gesundheitsversorgung sowie Bildung gesetzt. Oder wurden gesetzt? Und ist nicht auch das nur wieder eine Sicht von außerhalb diesmal von Seiten der Gegner_innen einer neoliberalen Entwicklung?
Der Vortrag kratzt an dem positiv besetzten Begriff der Hilfe und Entwicklung im Falle der „Entwicklungshilfe“ und seiner Entwicklung und Veränderung bis heute. Auch welche Rolle dabei die Solidarität einnimmt, und ob sie sich nicht auf ähnlichen Graden bewegt, wird im Vortrag Thema sein. Er soll anregen, sich den Standpunkt der jeweiligen Sichtweisen klar zu machen und sich eventuell mal ein Stück von den eigenen zu entfernen.